Musical EVITA - Informationen

Ein Rundfunkbeitrag im Herbst 1973 über Eva Perón, den Tim Rice interessiert verfolgte, nahm ihn derart gefangen, dass er wenige Monate später nach Argentinien reiste, um mehr über diese ungewöhnliche Biografie zu erfahren. „Natürlich entsprechen nicht alle fantastischen Geschichten, die man sich hier über sie erzählt, der Realität", gibt der Songtexter zu bedenken. „Aber selbst die wahrheitsgetreueste Schilderung über das kurze Leben dieser außergewöhnlichen Frau bietet Genügend, das auch den kritischsten Geistern die Sprache verschlägt."

In ihrer kraftvoll erzählten Geschichte ersann das Kreativduo neben den Protagonisten Evita und Juan Perón die Figur des revolutionären Studenten Che nach dem Vorbild des Argentiniers Che Guevara, der als Gegenspieler den unheimlichen Werdegang der ambitionierten 15-jährigen Evita bis zu ihrem pompös zelebrierten Staatsbegräbnis in einer bildgewaltigen Rückblende mal mit wohlmeinender Anteilnahme, mal mit zynischer Kritik provokant kommentiert. So unterschiedlich die Charaktere der Beiden, so eng verknüpft sind diese wie durch ein unsichtbares Band in ihrem gemeinsamen Interesse, dem Elend im Land den Kampf anzusagen.

Kein Geringerer als der legendäre Film- und Musikproduzent Robert Stigwood, ebenfalls von dem Stoff begeistert, nahm sich der Produktion des Konzeptalbums von EVITA an, das in Einspielung des London Philharmonic Orchestra 1976 veröffentlicht und ein Riesenerfolg wurde. Insbesondere der ergreifende Schlüsselsong des Werkes „Don't Cry for Me Argentina" stürmte als Single-Auskopplung die Top-Positionen der internationalen Charts und ist bis heute einer der unerreicht großen Musical-Hits.

Die Uraufführung im Juni 1978 am Prince Edward Theatre im Londoner West End unter der Regie von Harold Prince und mit der Musik von Andrew Lloyd Webber, sowie die schon im darauffolgenden Jahr am Broadway erfolgte Original-Produktion von EVITA, wurden mit sensationellem Erfolg gefeiert und bildeten den Auftakt zu einem Triumphzug des Werkes weltweit. Neben zahllosen Nominierungen gewann EVITA als „Bestes Musical" jeweils den Olivier-, den Tony- sowie den Drama Desk Award und ehrte neben weiteren Auszeichnungen für herausragende Darsteller-Persönlichkeiten seine Schöpfer mit je einem Tony Award in den Kategorien „Beste Partitur", „Bestes Buch" und Beste Regie".

Wie vielen Berühmtheiten aus dem Bühnen- und Filmwesen zuvor, war es auch der Pop-Ikone Madonna unmöglich, dem Angebot zu widerstehen, den darstellerisch wie gesanglich höchst anspruchsvollen Part der Evita Perón zu übernehmen - nun aber in einer opulent geplanten Adaption für die Leinwand. Realisiert mit Antonio Banderas als Che und Jonathan Pryce als Perón, kam der von Robert Stigwood koproduzierte Film 1996 in die Kinos und wurde unter anderem mit drei Golden Globe Awards sowie einem Oscar für den neu komponierten Song „You Must Love Me" gekürt.

Interpretiert von Evita, wurde die hinreißende Ballade „You Must Love Me" ebenso in die Bühnenpartitur eingewebt und begeisterte 2006 in der jüngsten Neuinszenierung von EVITA im Londoner West End sowie in deren offiziellen Folge-Produktion von Bill Kenwright, die anlässlich des 30jährigen Bühnenjubiläums des Musicals 2008/09 an renommierten Theatern in Großbritannien mit überwältigendem Erfolg aufgeführt wurde und nun auch in Deutschland zu erleben sein wird.

Im Jahr 2010, in dem Argentinien dem Beginn seiner Unabhängigkeit vor zwei Jahrhunderten feierlich gedenkt, und als Ehrengast auf der Internationalen Buchmesse in Frankfurt begrüßt werden wird, ist es eine besondere Freude, die offizielle Produktion von Sir Andrew Lloyd Webber und Tim Rice erstmals in exklusiven Gastspielen an nur wenigen ausgesuchten Theatern und Konzerthäusern in Deutschland und der Schweiz präsentieren zu können.

Neben einer hochkarätigen Besetzung mit Stars aus dem Londoner West End und einem exzellenten Orchester besticht die herausragende Inszenierung unter der Regie von Bob Tomson und Bill Kenwright sowie der Choreografie von Bill Deamer mit einer stilvoll aufwendigen Ausstattung kreiert von Matthew Wright. „Eine Produktion", so der einhellige Tenor der britischen Presse, „die so leidenschaftlich und mitreißend emotional wie spektakulär ist".



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