Queen Musical - Queen We Are The Champions

Manchmal können Spaziergänge sehr inspirierend sein. Da wartete Ben Elton monatelang auf eine zündende Idee für den Plot eines Queen-Musicals, und ausgerechnet an dem Nachmittag, als er mit dem Kinderwagen im Londoner Regents Park unterwegs war, kam urplötzlich die erhoffte Eingebung. "Ich stellte mir die Welt vor, in der Rockmusik verboten ist und die Kids von computergeneriertem Pop unterdrückt werden", sagt Autor Ben Elton, der in England als Schöpfer preisgekrönter TV-Serien und Stand-Up-Comedian bekannt ist und von den Queen-Musikern Brian May und Roger Taylor höchstpersönlich mit dem Musical beauftragt wurde. "Fragt mich nicht wie, aber an diesem Tag ging ich mit leerem Kopf aus dem Haus und kehrte mit der ganzen Story zu WE WILL ROCK YOU nach Hause zurück."

Die lange Arbeit an dem Musical hat sich gelohnt: in London läuft WE WILL ROCK YOU, das Queen-Musical, dem 25 weltbewegende Hits der legendären englischen Band zugrunde liegen, seit der Premiere am 14. Mai 2002 im Dominion Theatre vor ausverkauftem Haus. Mittlerweile haben mehr als drei Millionen Menschen WE WILL ROCK YOU in London gesehen und das Musical zu einer der erfolgreichsten West-End-Produktionen aller Zeiten gemacht. Haben Hits wie "Bohemian Rhapsody", "Another One Bites The Dust", "We Are The Champions" oder "I Want To Break Free", eingebettet in eine düstere, aber nie hoffnungslose Zukunfts-Story gehört. Und mitgesungen.

Die Story, die Ben Elton an diesem Nachmittag im Regents Park einfiel, ist so spannend aufgebaut wie ein Queen-Song: Die Globalisierung der Erde ist abgeschlossen, überall auf der Welt ziehen sich die Kids die gleiche Kleidung an, schauen die selben Filme, hören die selbe Musik. Und haben die gleichen Gedanken. Im Hintergrund zieht der weltumspannende Konzern Globalsoft mit der Killer Queen an der Spitze die Fäden. Musikinstrumente sind verboten, die alten Rocksongs existieren nur noch in der Erinnerung einzelner. Die Geheimpolizei sorgt dafür, dass es so bleibt. Eine scheinbar glückliche, eine sichere Welt für alle, die es gewohnt sind, vorprogrammierte Musik aus dem Computer zu laden und keine Fragen zu stellen.

Doch da gibt es zwei Teenager, die anders sind: das Mädchen Scaramouche, die mit ihrer Umwelt nicht klar kommt. Und Galileo, der in seinen Gedanken immer wieder Textzeilen bekannter Rockklassiker hört. Für ihre Umwelt zwei Spinner, sind sie jedoch zwei Individualisten und Querdenker, die sich nicht mit der glattgebürsteten, gleichgeschalteten Realität abfinden wollen. Und die sich auf die Suche begeben - denn irgendwo auf dem Planeten sollen noch Instrumente existieren. Gitarren, die der einstige, langhaarige Gitarrengott einer britischen Band namens Queen vor hunderten von Jahren eigenhändig versteckt hat. Und mit denen man in dieser trostlosen Zukunft eine eigene Band gründen und eigene Rocksongs schreiben kann...

Eine Geschichte, die Queen-Sänger Freddie Mercury ganz sicher gefallen hätte. Denn es ging niemals darum, das Leben der berühmtesten britischen Band nach den Beatles einfach nur möglichst bunt und in allen Facetten nachzuerzählen. Elton hat vielmehr einen würdigen, passenden Rahmen für die mehr als zwei Dutzend Queen-Klassiker geschaffen, die bei WE WILL ROCK YOU zum Teil auch in deutscher Übersetzung zu hören sind. So bilden die Songs das Rückgrat der gesamten Geschichte, die spannend erzählt ist und mit der sich wohl jedermann identifizieren kann. Berührungsängste sind dabei völlig ausgeschlossen: Selbst Musicalfreunde, die nicht im Detail mit dem Queen-Songkatalog vertraut sind, werden sich bei dem knapp dreistündigen Spektakel blendend amüsieren.

Daran haben die beiden Queen-Mitglieder Brian May und Roger Taylor großen Anteil. Von Anfang an waren beide im Entstehungsprozess des Musicals in London wie auch der deutschsprachigen Adaption involviert, haben die Musiker der Band und die Darsteller mit ausgewählt und mit strengem Auge und noch strengerem Ohr über die Auditions gewacht. Als musikalische Leiter sind sie ebenso wie Ben Elton fest in diese Neuinszenierung integriert und legten deshalb auch selbst mit Hand an. "Wer die Show erlebt, spürt sofort, warum der einzigartige Sound auf magische Weise immer wieder alle Generationen in den Bann zieht", sagt Gitarrist Brian May. "Freddie wäre stolz gewesen - er hat uns sicher von oben mit einem Lächeln zugesehen."

Der passende Rahmen ist also gesteckt, um dem unvergessenen Freddie Mercury und seiner Band ein musikalisches Denkmal zu setzen. Immerhin hat das Quartett - John Deacon, Roger Taylor, Brian May und Freddie Mercury - seit 1973 bis zum heutigen Zeitpunkt einundzwanzig Alben veröffentlicht und mehr als 150 Millionen Platten verkauft. Nahezu jede Produktion ist mit Gold oder Platin ausgezeichnet worden. Queen haben zeitlose Rockklassiker geschrieben und inspirieren bis heute Künstler wie Robbie Williams, Axl Rose, P!nk oder die Foo Fighters mit ihrer Musik.

"The Mighty Queen, it would appear, are unstoppable..." Die mächtigen Queen sind, das ist offensichtlich, nicht aufzuhalten. So kommentierten jüngst englische Tageszeitungen den Erfolg der Band, der auch mehr als dreißig Jahre nach ihrer Gründung anhält. Mit WE WILL ROCK YOU wurde der Erfolgsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzugefügt.