GEFÄHRTEN

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WAR HORSE

August 1912. In einem Dorf in Devon ersteigert der betrunkene Ted Narracott, Alberts Vater, bei einer Pferde-Auktion ein teures Jagdfohlen. Für Ted, der eigentlich ein Arbeitspferd für seine Farm braucht und kaum das Geld hat, um die Pacht aufzubringen, völlig ungeeignet. Der junge Albert freut über den Kauf des Fohlens, aber seine Mutter Rose ist wütend über die Dummheit ihres Mannes. Sie stellt ihrem Sohn die Aufgabe, das Pferd auszubilden, um es später, als erwachsenes Jagdpferd, gewinnbringend verkaufen zu können. Im Laufe der nächsten zwei Jahre entwickelt sich zwischen Albert und Joey - so nennt er das Pferd - eine liebevolle Beziehung mit tiefem, gegenseitigem Vertrauen.

Im Sommer 2014 lässt sich Ted auf eine unsinnige Wette mit seinem Bruder Arthur ein. Er wettet, dass Joey innerhalb von nur einer Woche lernt, zu pflügen. Der Wetteinsatz ist das Pferd selbst. Albert übt Tag und Nacht mit Joey, dem Jagdpferd, auf dem Feld. Bei Ablauf der Frist gelingt Joey das Unmögliche: er pflügt eine gerade Furche. Joey wird als bestes Pferd der Gemeinde gefeiert und darf bei Albert bleiben.

Dann kommt der Krieg. Im Dorf werden Pferde für die Kavallerie requiriert. Ohne Alberts Wissen verkauft Ted Joey an die Armee. Als Albert das erfährt, ist er außer sich vor Wut. Captain Nicholls, ein einheimischer Soldat, gibt Albert sein Ehrenwort, sich gut um Joey zu kümmern. Nach kurzem Abschied trennen sich die Wege von Albert und Joey.

Captain Nicholls erweist sich als treuer Hüter von Joey. Er macht ihn mit dem Vollbluthengst Topthorn bekannt, dessen Gegenwart Joey etwas Ruhe und Sicherheit vermittelt. Mit den Truppen werden sie nach Frankreich verschifft. Bereits beim ersten Angriff werden Captain Nicholls und viele andere Soldaten getötet. Topthorn und Joey werden von den Deutschen beschlagnahmt.

Zu Hause in Devon erreicht Albert die Nachricht von Captain Nicholls Tod. Der Junge ist überzeugt, dass Joey noch lebt und ohne die Obhut des Captains in Gefahr ist. Obwohl noch zu jung für den Kriegsdienst, meldet er sich freiwillig an die Front. Seine Eltern sind erschüttert.

Joey und Topthorn kommen in die Deutsche Armee unter die Aufsicht von Friedrich Müller, einem pferdeliebenden Hauptmann. Seine panische Angst vor einer Rückkehr auf das Schlachtfeld und die Assoziationen, die die Ankunft der Pferde bei ihm ausgelöst haben, stärken sein unbändiges Verlangen nach Menschlichkeit und Frieden. Seine Gewohnheit, mit den Pferden Englisch zu sprechen, versetzt seinen explosiven und englandfeindlichen Kameraden Karl in Wut.

Friedrich und die Pferde werden auf einem Bauernhof einquartiert. Dort begegnet ihnen Emilie, ein kleines französisches Mädchen, das sich hingebungsvoll um die Pferde kümmert. In Friedrich wächst der Wunsch, dem Krieg zu entkommen. Als sich ihm die Gelegenheit bietet, tauscht er seine Uniform mit der eines toten Sanitäters und meldet den „Verlust" von Hauptmann Müller. Sein Plan scheint zu funktionieren, er übernimmt mit Joey und Topthorn den Transport der Verletzten. Ein Jahr lang schaffen sie es, auf dem Bauernhof und außerhalb der direkten Schusslinie zu bleiben.

Zwischenzeitlich ist auch Albert in Frankreich angekommen. Schnell schwindet seine Hoffnung, Joey je wiederzusehen. In dem Gefreiten David Taylor findet er aber einen wahren Freund. Im Verlaufe des Krieges wird er jedoch immer wieder in seiner Phantasie von der Gestalt des toten Kapitän Nicholls heimgesucht und von seinem Verantwortungsgefühl für sein Pferd geplagt.

Nach einem Jahr im Sanitätsdienst begegnet Friedrich durch Zufall Karl wieder, der als Kommandeur einer Artillerie-Einheit riesiges Geschütz zur Front transportiert. Emilie, die mit den Pferden Englisch spricht, lenkt dadurch Karls Aufmerksamkeit auf sie. Karl realisiert, dass der 'tote' Hauptmann Müller ein Deserteur ist. Nun ist Friedrich ihm ausgeliefert und wird gezwungen, Joey und Topthorn vor das Geschütz zuspannen. Für die beiden Pferde ist die extreme körperliche Belastung eine Qual. Nach zwei Jahren hält Topthorn der Anstrengung nicht mehr stand und stirbt vor Erschöpfung. Friedrich ist untröstlich. Seines Lebens müde wirft er sich vor einen Panzer und wird getötet.

Joey ist zum ersten Mal in seinem Leben völlig alleine. Er rennt panisch und ziellos durch die Nacht, bis er nach Stunden in einem Stacheldraht hängen bleibt. Vor Schmerz und Erschöpfung sinkt er zu Boden. Er befindet sich im Niemandsland, dem neutralen Gebiet zwischen den englischen und deutschen Schützengräben.

Am nächsten Morgen trauen die gegnerischen Soldaten ihren Augen kaum, als sie mitten auf dem Schlachtfeld ein Pferd erspähen. Vorsichtig, von Neugierde getrieben, zeigen beide Seiten weiße Flaggen und schicken jeweils einen Abgesandten ins Niemandsland. Gemeinsam schneiden die Soldaten Joey aus seinen schmerzhaften Fesseln und verständigen sich darüber, wer das wundersame Pferd behalten darf. Der Münzwurf entscheidet, Joey bleibt bei den Engländern und wird in ein Feldlazarett gebracht.

In der Zwischenzeit macht sich in Albert die verzweifelte Erkenntnis breit, Joey für immer verloren zu haben. Bei einem feindlichen Gasangriff wird er an den Augen verletzt und muss hilflos in ein nahe gelegenes Feldlazarett geschleppt werden. Es ist dasselbe, in dem auch Joey gerade angekommen ist. Aufgrund seiner vorübergehenden Erblindung kann Albert ihn nicht sehen. Der britische Armee-Veterinär verkündet, dass er das Pferd aufgrund seiner schweren Verletzungen erschießen muss. Die Nachricht, dass wieder ein Pferd sterben wird, bringt Albert an die Grenze seiner Belastbarkeit, verzweifelt ruft er Joeys Namen. Zum Erstaunen aller, reagiert das Niemandsland-Pferd auf die Rufe des blinden Jungen und läuft zu ihm. Albert wagt es kaum, die Wahrheit zu glauben. Gerade als ihm die wundersame Wirklichkeit ins Bewusstsein dringt, läuten die Glocken: der Krieg ist zu Ende.

Joey und Albert kehren nach Devon zurück.